Was sind Darmpolypen? / Definition

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Darmpolypen sind gutartige Schleimhautgeschwülste

   Darmpolypen sind gutartige Schleimhautgeschwülste. Dies sind Vorwölbungen der Schleimhaut in das Darmlumen. Sie ragen in den Hohlraum des Dickdarms (Kolon) hinein. Darmpolypen in verschiedenen Formen und unterschiedlicher Häufung auftreten. 10 > 20% der Bevölkerung sollen Darmpolypen haben. Bei über 60-Jährigen werden Zahlen von 40 > 55 % genannt. Über 95% der Polypen sind sogenannte Adenome (gutartige Wucherungen vom Drüsengewebe der Schleimhaut ausgehend). Diese Adenome wachsen sehr langsam, ca. 1mm pro Jahr. Ab einer gewissen Größe, mann spricht hier von ca. 10 mm, können sich die Adenome zu Vorstufen von Dickdarmkrebs entwickeln. Es dauert etwa 10 Jahre, bis aus einem Polyp ein Darmkrebs entsteht. Das Entartungsrisiko liegt etwa bei 20 > 50%. (Adenom-Karzinom-Sequenz)

Symptome / Beschwerden

Kleinere Polypen machen in der Regel keine Beschwerden. Sie werden meist zufällig entdeckt. Werden die Polypen jedoch größer, so treten vermehrt Beschwerden auf Stuhlunregelmäßigkeiten (Durchfall oder Verstopfung) Bauchschmerzen Spuren von Blut oder Schleim im Stuhl. (Solche Beschwerden müssen immer abgeklärt werden) Blutarmut (Anämie) durch Blutverluste Verschluss des Darmhohlraums und Behinderung der Darmentleerung.

Vorbeugung / Prophylaxe

Man kann der Entstehung von Polypen unbedingt vorbeugen. Eine ausgewogene Ernährung mit wenig tierischen Fetten und Ballaststoffen empfehlenswert. Polypen müssen früh entdeckt und entfernt werden, damit sich daraus kein Dickdarmkrebs entwickeln kann. Folgende Vorsorgeuntersuchungen werden empfohlen:
Ab dem 30. Lebensjahr können Sie jährlich einen Test auf okkultes Blut vornehmen. Ab dem 40. Lebensjahr einmal pro Jahr den Enddarm austasten lassen durch Ihren Arzt. Ab dem 55. Lebensjahr sollte der Dickdarm alle zehn Jahre endoskopisch untersucht werden.

Diagnose

Ursachen

Die Ernährung dürfte bei der Entstehung eine bedeutende Rolle spielen. Darmpolypen sind in Westeuropa und den USA weit verbreitet. Da sie in anderen Teilen der Erde aber eher selten sind, darf man die Ernährungsgewohnheiten aus wichtigen Grund annehmen. Tierischer Fette, wenig Ballaststoffe sowie Alkoholkonsum, Rauchen begünstigt die Ausbildung von Polypen.
 
Familiäre adenomatöse Polyposis (FAP) - Gendefekt
Die FAP ist für ca. 1% aller Rektumkarzinome verantwortlich.

Gardner-Syndrom
Das Gardner-Syndrom d.h. diese Erkrankung beruht auf einem ähnlichen Gendefekt wie die FAP.

Peutz-Jeghers-Syndrom

Lynch-I- und Lynch-II-Syndrom

Weitere Links

Zentrum für Familiären Dickdarmkrebs

www.hnpcc.de/arztbroschuere.htm HNPCC (Lynch-Syndrom)

Reizmagen & Reizdarm

Verhindert Kalzium das Entstehen von Darmpolypen?

LEBANON/NEW HAMPSHIRE. Ist die Gabe von Kalziumsupplementen, im Alter ohnehin häufig zur Prävention der Osteoporose empfohlen, eine einfache und kostengünstige Methode zur Vermeidung von Darmpolypen, die eine Vorstufe des Darmkrebses sind? Die Ergebnisse einer randomisierten Doppelblindstudie im Journal of the National Cancer Institute (2004; 96: 921-5) deuten in diese Richtung. Doch die Einschätzung der Experten bleibt – vorerst – zurückhaltend.
Im Rahmen der Calcium Polyp Prevention Study hatten 930 Patienten entweder Kalziumsupplemente (1 200 mg/die) oder Placebo eingenommen. Nach ein bis vier Jahren wurden Koloskopien durchgeführt und die Zahl der Darmpolypen gezählt. Die jetzt von der Arbeitsgruppe um John Baron vom Norris Cotton Cancer Center in Lebanon im US-Staat New Hampshire vorgestellten Ergebnisse zeigen, dass die Zahl der hyperplastischen Polypen um 18 Prozent gesenkt wurde.
Auch die Zahl der tubulären Adenome war niedriger als im Placeboast. Doch in beiden Fällen waren die Werte statistisch nicht signifikant. Eindeutig war dagegen eine Reduktion der histologisch weiter fortgeschrittenen Adenome, deren Häufigkeit um 35 Prozent durch die Kalziumsupplemente gesenkt wurde.
Dies spricht für eine gewisse, wenn auch bescheidene krebspräventive Wirkung von Kalziumsupplementen. Die vorbeugende Wirkung könnte durch eine hohe Zufuhr von Ballaststoffen und durch eine fettarme Ernährung noch gesteigert werden, wie weitere Ergebnisse der Studie nahe legen.
Insgesamt sei die Beweislage jedoch noch zu unsicher, um bereits jetzt Empfehlungen abzugeben, meinen Arthur Schatzkin und Ulrike Peters vom US-National Cancer Institute in Bethesda im begleitenden Editorial (JNCI 2004; 96:893-4). Sie verweisen auf laufende Studien, die derzeit die Rolle von nutritiven Faktoren auf den Darmkrebs abschließend klären sollen.

Pressemitteilung der Dartmouth Medical School